Mit Lightning für Nachrichtenausstrahlung per Satellit bezahlen

Blockstreams Satellitenprogramm macht es nun möglich, dass man eine beliebige Nachricht an die Welt ausstrahlt und dafür mit Lightning bezahlt.

Die US-Bitcoin-Firma Blockstream hat gestern eine weitere Stufe ihres Satellitenprogramms angekündigt: den Start der “Blockstream Satellite API Beta”. Diese “gibt jedem die Chance, Daten über unser Satellitennetzwerk auszustrahlen.” Die Gebühren dafür werden derzeit durch Lightning-Testnet-Coins bezahlt; nach erfolgreichen Tests wird Blockstream auf das Mainnet wechseln.

Die Satellite API gibt Entwicklern eine RESTful-API zur Hand, mit der sie Nachrichten ausstrahlen können. Welche Daten es sind, ist dabei egal – es können Bitcoin-Transaktionen sein, alternative Blockchains oder einfach nur eine Nachricht, im Klartext oder verschlüsselt. Die Größe ist dabei auf 10 Kilobyte beschränkt. Wer sich nicht mit den APIs rumschlagen will, kann direkt bei Blockstream eine Nachricht absenden, die per Satellit an die ganze Welt ausgestrahlt wird. Jeder, der den Blockstream Satelliten-Empfänger installiert hat, kann sie empfangen.

Dabei benutzt Blockstream eine Art Gebührenmarkt, um die Reihenfolge der Ausstrahlungen zu bestimmen. Je mehr Gebühren je Byte der User bezahlt, desto schneller wird seine Nachricht ausgestrahlt.

Damit haben Zahlungen per Lightning eine spannende Micropayment-App. Personen aus aller Welt können sich nun per Satellit verschlüsselte Nachrichten zusenden, ohne dass diese durch das Internet gehen. Das hat den Vorteil, dass kein Internet-Provider zwischen einem steht, der feststellen kann, von welchem Internet-Knoten aus die Nachricht gesendet wurde, und dass man die Nachricht auch dort empfangen kann, wo es kein Internet gibt. Die Größe von maximal 10 Kilobyte macht es zudem möglich, dass User Bitcoin-Transaktionen über den Satelliten senden, die dann von anderen Knoten auf der Erde empfangen und ans Bitcoin-Netzwerk weitergegeben werden.

Globale Netzabdeckung von Blockstreams Satellitennetzwerk.

Das vor etwa eineinhalb Jahren gestartete Blockstream Satellite Programm strahlt die Bitcoin-Blockchain durch einen Satelliten ununterbrochen aus. Die Firma besitzt dabei keinen Satelliten, sondern kauft sich Bandbreite bei einem Fremdanbieter. Der Blockstream-Satellit versendet nur aktuelle Transaktionen und neue Blöcke. Daher ist es nicht möglich, per Satellit einen Full Node zu synchronisieren, da dies eine gezielte Abfrage von Daten verlangen würde – wohingegen der Satellit die Daten in seiner Warteliste eine nach der anderen auf die Welt ausstrahlt, wo jeder, der einen Empfänger hat, sie erhalten kann.

Von anfangs drei Satelliten hat Blockstream sein Netzwerk mittlerweile auf fünf ausgeweitet. Damit decken die Satelliten nun Nord- und Südamerika, Europa, Afrika und die Asiatisch-Pazifische Region ab. Also fast die ganze Welt.